Wie ich zur Tagespflege kam

…vor langer Zeit

Als ich vor mehr als 25 Jahren mit meiner Ausbildung zur Erzieherin startete, wollte ich einfach eine großartige Zeit mit Kindern verbringen. Vielleicht lag der Berufswunsch auch in der Familie. Meine Mutter ist Kinderpflegerin, meine Schwester lernte auch den Beruf der Erzieherin und meine drei Tanten sind ebenfalls Erzieherinnen geworden.
Mein erstes Jahrespraktikum begann also 1998 in der katholischen Kindertagesstätte St. Marien hier in Volkmarsen. Fünf Jahre später endete dann meine Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin. Das eine qualifizierte Kinderbetreuung mehr ist als „nur“ eine großartige Zeit zu verbringen, merkte ich in dieser Zeit schnell.
Das einzelne Kind zu beobachten und gezielte Erfahrungsräume zu schaffen, in denen es seine Fähigkeiten stärken und sich frei entwickeln kann, ist wohl eine der bedeutsamsten Aufgaben. Kinder brauchen eine Umgebung, in der sie lernen dürfen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.

„Erziehung ist Beispiel und Liebe – sonst nichts.“

Friedrich Fröbel

…Erzieherin sein

Mehr und mehr erlebte ich als Erzieherin, dass die Betreuung von Kindern in einer Gemeinschaftseinrichtung, die auch eine solche Bildungsstätte sein soll, eine gute Zusammenarbeit vieler Akteure erfordert. Kinder, Eltern, Fachkräfte, Einrichtungs-träger und viele weitere Personen, die dort „ein und aus“ gehen, brauchen verlässliche Strukturen ebenso wie ein offenes Ohr.
Ich bekam zunehmend mehr Lust, Verantwortung für all das zu übernehmen. So begann ich 2007 mit der Weiterbildung zur Fachwirtin für Erziehungswesen. Mit dieser Qualifikation in meinem Köfferchen führte mich mein beruflicher Weg nach Vellmar in die Kirchengemeinde Heilig Geist.

…eine Kita leiten

Hier leitete ich von 2009-2017 die dazugehörige Kindertagesstätte. Mit den neuen Erfahrungen, was es bedeutet, tatsächlich mehr Verantwortung für Personal, Konzeptionsentwicklung und Qualitätssicherung in der Kinderbetreuung zu tragen, begann ich eine Langzeitfortbildung „Führen und Leiten katholischer
Tageseinrichtungen“ die mir wirklich viele Impulse und Orientierung gab. Dingen auf den Grund zu gehen und Zusammenhänge erkennen ist eine große Freude für mich.
So startete ich mit der Einführung eines Qualitätsmanagementsystems und ließ mich zur Qualitätsbeauftragten zertifizieren. Ich durfte mit einem engagierten Kita-Team, welches mit neun Köpfen bis zu 75 Kinder betreute, viele schöne Jahre zusammenarbeiten, bevor ich 2017 wieder zurück nach Volkmarsen kam, diesmal als Kita-Leitung der katholischen Kindertagesstätte.

…eine andere Kita leiten

Mit meinen Erfahrungen aus Vellmar traf ich nun auf ein Team von mehr als zwanzig MitarbeiterInnen und bis 94 Kindern im Alter von zwei Jahren bis zum Schuleintritt.
Zusammen haben wir hier, bis zu meinem Sprung in die Selbständigkeit als Tagespflegeperson, einiges erreicht und viel erlebt. Vermutlich haben wir in den Jahren 2020-2022 eine der herausforderndsten Zeiten der Kindertagesbetreuung gemeinsam gemeistert. Und es kam bei mir die Frage auf:

Warum wollte ich nochmal Erzieherin werden?

Ach ja – Ich möchte mit Herz, Hand und offenen Gedanken eine großartige Zeit mit Kindern erleben und sie mit ihren Familien ein Stück ihres Lebenswegs begleiten, das ist noch immer so. Also bin ich nun Gründerin, Leiterin und Erzieherin meiner eigenen kleinen Tagespflege – der „Minita“.

Was die Raupe „Ende der Welt“ nennt,
nennt der Rest der Welt Schmetterling.