Ankommen und Vertrauen fassen

Aufnahme

Spätestens nachdem Familien ein Vertragsangebot erhalten haben, findet ein Besuch in der Minita statt. Dies ist die Gelegenheit sich alles anzuschauen, mich etwas kennenzulernen und alle wichtigen Fragen zu klären – bevor sich die Eltern für die Betreuung in der Minita entscheiden.
Es besteht die Möglichkeit alles Wichtige über das Kind zu erzählen: Hat es bestimmte Schlafgewohnheiten? Wie weit ist der Entwicklungsstand des Kindes? Gibt es Besonderheiten, die bei der täglichen Betreuung beachtet werden müssen? Außerdem erfahren die Eltern alles Wissenswerte über das Konzept der Minita. Das Kind selbst kann sich auch schon einen ersten Eindruck von der Spielumgebung machen. Dieses Kennenlerngespräch hilft ebenso dabei die anstehende Eingewöhnungszeit gut zu besprechen.

Stufenweise Eingewöhnung

Zum Betreuungsstart findet eine Zeit der Eingewöhnung statt. In unterschiedlichen Phasen lernt das Kind die neue Spielumgebung, die anderen Kinder und vor allem mich als neue Bezugsperson kennen.
Zunächst bleibt ein Elternteil mit dem Kind zusammen in der Minita. Dadurch hat das Kind eine Sicherheit. Sobald das Kind Vertrauen aufgebaut hat, können die Eltern immer wieder die Räumlichkeiten verlassen. Sie bleiben aber erreichbar und in der Nähe.
Im letzten Schritt ist das Kind so gut an die neue Situation gewöhnt, dass Mutter oder Vater sich gleich verabschieden können und das Kind wie geplant in der Tagespflege verbleibt.
Wie lange die Eingewöhnung und die einzelnen Phasen dauern, hängt vom Kind ab. Während manche gleich an den neuen Spielsachen und den unbekannten Gesichtern interessiert sind, fällt es anderen sehr schwer, sich von den Eltern zu lösen und „allein“ zu bleiben. Hier ist es wichtig, dass jedem Kind seine Zeit gegeben wird. Daher sollten die Erwachsenen während der Eingewöhnung keinen Druck aufbauen.

Kinder erfordern ein dickes Fell,
aber ein ganz weiches.

Ruth W. Lingenfelser
Kater Rüdiger auf dem Küchenbett.

Die ersten Tage

Tag 1-3: Die ersten drei Tage sollten gleich ablaufen. Wir starten an einem Montag.
Das Kind kommt von 9.00-10.30 Uhr mit einer konstanten Bezugsperson in die Minita. Es ist wünschenswert, dass die Begleitperson sich weitgehend passiv verhält und dennoch da ist, wenn sie gebraucht wird. Es bietet sich an, ein Buch, Sudoku oder ähnliches mitzubringen.
Während Mama oder Papa offensichtlich beschäftigt sind, hat das Kind die Möglichkeit, alles aus dem „sicheren Hafen“ zu beobachten. Ich nehme dann in kleinen Schritten Kontakt zu ihm auf, halte Blickkontakt und lade es ein, an Angeboten teilzunehmen.
Vielleicht schicke ich die Begleitperson auch mal „in den Keller“ um Milch zu holen.

Tag 4: Gemeinsam versuchen wir eine erste Spielsequenz ohne Begleitperson zu meistern. Vielleicht muss der Papa nach einer halben Stunde noch die Wäsche zuhause aufhängen oder, oder …– an dieser Stelle sind wir etwas kreativ. Eine Trennung von 10-30 Minuten wäre großartig.

Tag 5: Wenn alles gut funktioniert, findet der fünfte Tag genauso statt.
Nach dem Wochenende starten wir den sechsten Tag wie Tag vier und fünf.

3-4 Wochen: Wenn das Kind positiv auf mich und die Gruppe reagiert, trennen wir uns nach einem kleinen Abschiedsritual. Das kann das Anschauen eines Buches, das Winken am Fenster oder eine Tasse Kaffee für die Begleitperson sein, vielleicht ist es auch etwas ganz anderes. Wichtig ist, dass es ca. 5 Minuten dauert.
Möglicherweise gibt es auch mal ein Tränchen am Anfang. Dies ist jedoch meist nur für einen kurzen Moment so. Sollte dies länger dauern und das Kind lässt sich durch mich nicht trösten, dann passen wir das Tempo an. Vier Wochen müssen für die Eingewöhnung eingeplant werden.

Festigung: Mindestens in den ersten 4 Wochen ist es wichtig, dass das Kind regelmäßig kommt. Eine längere planbare Unterbrechung (z.B. eine Woche Nordseeurlaub) ist nicht möglich. Ich nehme mir Zeit und erwarte dies auch von den Begleitpersonen.

Doch nicht das Richtige?

Innerhalb der ersten vier Betreuungswochen kann der Betreuungsvertrag beiderseits – ohne Angaben von Gründen – gekündigt werden. Danach gilt eine Kündigungsfrist von sechs Wochen zum 1. eines Monats.